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Das Standesamt
Seibicke – »Yannick« ist ein eindeutig männlicher Vorname
Jahr, Seite 2000, 170
Titel »Yannick« ist ein eindeutig männlicher Vorname
Autor 
Wilfried Seibicke, Dr., Heidelberg
»Yannick« ist ein eindeutig männlicher Vorname
Von Dr. Wilfried Seibicke, Heidelberg
Im Internationalen Handbuch der Vornamen (IHV)1 wird der Vorname Yannick sowohl als weiblich wie auch als männlich zitiert. Diese Angabe ist zu korrigieren: Yannick ist ein eindeutig männlicher Vorname. Begründung:
Das IHV nennt drei Quellen: eine französische, eine französisch-schweizerische und eine niederländische. Meine Nachprüfung ergab jedoch,
a)
daß in der französischen Quelle2 Yannick als ausschließlich männlich aufgeführt ist;
b)
daß in der französisch-schweizerischen Quelle3 Yannick zumindest in den jüngeren Auflagen4 nicht mehr als weiblich, sondern nur noch als männlich verzeichnet ist5;
c)
daß die niederländische Quelle6 lediglich auf den – überholten – abweichenden weiblichen Gebrauch in der Schweiz verweist, also keinen zusätzlichen Beleg für weiblichen Gebrauch des Vornamens etwa in den Niederlanden liefert.
Der männliche Gebrauch des Vornamens, der vermutlich auf bretonisch Yannig, eine Koseform von Yann = Jean = Johann, zurückgeht, wird außerdem bestätigt durch Jean-Maurice Barbé7 und durch »Duden. Das große Vornamenlexikon «8.
Das gleiche gilt übrigens für die Namensvariante Jannick. Das IHV9 bezieht sich hierbei mit den Kürzeln »de 6« und »fr 5« wiederum auf das in Fußnote 3 genannte schweizerische Vornamenbuch, dessen neuere Auflagen jedoch Jannick nicht mehr als weiblichen Vornamen anführen. Damit ist auch die Einstufung des Namens als weiblich in »de 2«10, worin ausdrücklich auf die Schweiz verwiesen wird, hinfällig11. Außerdem ist Jannick in der Bundesrepublik Deutschland bisher ausschließlich als männlicher Vorname bezeugt12.
1
Hrsg. von der Gesellschaft für deutsche Sprache e.V. und dem Bundesverband der deutschen Standesbeamten (1986) S. 480f.
2
fr 2: Marie-Andrée Fournier, 3500 prénoms d’hier et d’aujourd’hui (Paris 1979) S. 278.
3
fr 5: Vornamen in der Schweiz, hrsg. vom Schweizerischen Verband der Zivilstandsbeamten (1977).
4
Zum Beispiel in der 14. Aufl. (1986) S. 51.
5
Als weibliche Variante wird auf S. 46 Janique genannt. Zwei weibliche Trägerinnen des Vornamens Yannick verzeichnet die von der Schweizerischen Lebensversicherungs- und Rentenanstalt herausgegebene Statistik »Die beliebtesten Vornamen der Schweiz« (Zürich 1995) S. 10, doch heißt es im Vorwort ausdrücklich: »Nicht unterlassen möchten wir allerdings, darauf hinzuweisen, dass da und dort Zivilstandsbeamte in diesem Büchlein aufgeführte Namen [...] nicht anerkennen.« Hierzu gehören meines Erachtens auch diese zwei Belege, die nicht als Präzedenzfälle gewertet werden können.
6
nl 1: J. van der Schaar, Woordenboek van voornamen (12. Aufl. Utrecht und Antwerpen 1981) = »Spectrum voornamenboek« (20. Aufl. Utrecht 1992) S. 402.
7
Jean-Maurice Barbé, Tous les prénoms Français et régionaux (Paris 1994) S. 492.
8
Duden, Das große Vornamenlexikon; bearb. von Rosa und Volker Kohlheim (1998) S. 298.
9
IVH (Fn. 1) S. 235.
10
Friedr. Wilh. Weitershaus, Das neue Vornamenbuch (1978).
11
Die in Fn. 5 genannte schweizerische Vornamenstatistik kennt drei Fälle von Jannick als weiblichen Vornamen; sie spiegeln offenbar einen überholten Vornamengebrauch.
12
Siehe die gut 100 Belege in Wilfried Seibicke, Historisches Deutsches Vornamenbuch Bd. 2 (1998) S. 521f.
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