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Das Standesamt
Köhn – Angabe des Familienstandes in türkischen »Nüfus-Karten«
Jahr, Seite 2000, 118
Titel Angabe des Familienstandes in türkischen »Nüfus-Karten«
FA-Nr. 
Autor 
Uwe Köhn, Standesbeamter, Bremen
Angabe des Familienstandes in türkischen »Nüfus-Karten«
Im Rahmen der Anmeldung einer Eheschließung ist nachstehender Runderlass (1997/40) des türkischen Innenministeriums – Generaldirektorat für Bevölkerungs- und Staatsbürgerschaftsangelegenheiten – vom 19.11.1997 bekannt geworden, wonach in den »Nüfus-Karten« als Familienstand nur noch »ledig« oder »verheiratet« einzutragen ist. Die deutsche Botschaft in Ankara hat nach Rückfrage beim türkischen Innenministerium bestätigt, dass der Runderlass in Kraft getreten ist und in der Praxis Anwendung findet.
»Mit dem Schreiben des Staatsministeriums vom 27.10.1997 und der Nr. 02.0006/011998 wird eine entsprechende Regelung für die Aufhebung der Spalte ›Familienstand‹ in den Personalausweisen gefordert.
Der Personalausweis ist ein amtliches Dokument, das die Personalien der Person als Staatsbürger der Republik Türkei und seine Eintragung beim Melderegisteramt ausweist. Obwohl der Familienstand keine Angabe zu den Personalien der Person ist, wird die Eintragung im Personalausweis für die Erleichterung der Formalitäten der Eheschließung als erforderlich erachtet.
In den Bestimmungen des zweiten Abschnitts des Zivilgesetzes mit der Überschrift ›Die Ehefähigkeit und ihre Hindernisse‹ wird aufgeführt, dass für den Familienstand einer Person zwei Möglichkeiten bestehen und diese als ›zur Ehe fähig sein‹ und ›zur Ehe nicht fähig sein‹ zu bezeichnen sind. In diesen Fällen wird die Zusammenfassung dieser mit den Begriffen ›verheiratet‹ oder ›ledig‹ für richtig erachtet. Bezeichnungen wie ›verwitwet, geschieden, Nichtigkeit der Ehe, Aufhebung der Eheschließung‹ sind Erklärungen für Umstände, mit denen eine Person konfrontiert wird. Diese bezeichnen jedoch nicht den Familienstand einer Person. Andererseits ist die offene Bezeichnung der Ehefähigkeit mit ›verwitwet, geschieden, Nichtigkeit der Ehe, Aufhebung der Eheschließung‹ in der Öffentlichkeit etwas Unangenehmes für die Person. Dieses widerspricht auch dem Grundsatz des Artikels 20 der Verfassung zum ›Schutze des Privatlebens‹.
Aus den erwähnten Gründen bitte ich um Verwendung der Begriffe ›verheiratet‹ und ›ledig‹ bei Eintragung in die Spalte Familienstand des Personalausweises und um Entsprechung bei Anträgen auf Änderung des Personalausweises.«
Uwe Köhn, Standesbeamter, Bremen
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