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Wachsmann – Vermerk in Spalte 10 des Familienbuches, wenn der angenommene Ehemann seinen bisherigen Familiennamen behält; Name des Angenommenen im Geburtseintrag seines Kindes
Jahr, Seite 2000, 246
Titel Vermerk in Spalte 10 des Familienbuches, wenn der angenommene Ehemann seinen bisherigen Familiennamen behält; Name des Angenommenen im Geburtseintrag seines Kindes
FA-Nr. 3546
Autor 
Monika Wachsmann, Standesbeamtin a.D., Guben
Vermerk in Spalte 10 des Familienbuches, wenn der angenommene Ehemann seinen bisherigen Familiennamen behält; Name des Angenommenen im Geburtseintrag seines Kindes
Fachausschuss-Nr. 3546, verhandelt am 11./12. November 1999
1.Sachverhalt
Der verheiratete Xaver Huber, dessen Name Ehename ist, wurde von seiner Tante Amalie Huber (Schwester seiner Mutter) als Kind angenommen. Er erhielt gemäß § 1757 BGB den Familiennamen der Annehmenden Huber. Einige Tage danach brachte seine Frau ein Mädchen zur Welt.
Ist in Spalte 10 des Familienbuches neben der Annahme als solche auch die Führung eines »neuen« Geburtsnamens einzutragen?
Ist im Geburtseintrag des Kindes der Vater mit Huber geb. Huber einzutragen?
2.Antwort
Gemäß § 1767 Abs. 2 BGB gelten für die Annahme Volljähriger die Vorschriften über die Annahme Minderjähriger sinngemäß, d.h. dass auch ein volljähriges Kind gemäß § 1757 Abs. 1 BGB den Namen des Annehmenden als Geburtsnamen erhält. Es hat nur die Möglichkeit, gemäß § 1757 Abs. 4 Nr. 2 BGB seinen bisherigen Namen dem Adoptivnamen hinzuzufügen. Dies ist im vorliegenden Fall jedoch nicht von Bedeutung.
Ist der Angenommene bereits verheiratet, so erstreckt sich die Änderung seines Geburtsnamens auf den Ehenamen nur dann, wenn sich der Ehegatte der Namensänderung anschließt, und zwar vor Ausspruch der Annahme durch Erklärung gegenüber dem Vormundschaftsgericht (§ 1757 Abs. 3 BGB). Meine Berichterstattung geht davon aus, dass bezüglich der Namensführung von den Ehegatten keine entsprechenden Anträge gestellt wurden und dass die Ehefrau nicht ausdrücklich erklärt hat, sich der Namensänderung ihres Mannes anzuschließen (§ 1757 Abs. 3 BGB).
Für den angenommenen Xaver Huber bedeutet dies, dass auch er bei dem Ehenamen Huber bleiben muss und dass er künftig den Namen »Huber geb. Huber« führt, denn gemäß § 1756 BGB werden bei der Annahme durch Verwandte zweiten und dritten Grades die rechtlichen Bindungen des Kindes zu seinen leiblichen Eltern abgebrochen, zu den anderen Familienmitgliedern können sie jedoch bestehen bleiben. Daraus folgt, dass die namensrechtliche Bindung zu den leiblichen Eltern nicht mehr existiert. Dass die Namensabstammung den gleichen Wurzeln entspringt, weil die Annehmende und die Mutter des Angenommenen die gleichen Vorfahren haben, ist ohne Bedeutung. Sein unverändert gebliebener Geburtsname ist nun ein vom Adoptionsverhältnis abgeleiteter Name (siehe Simader/Merdes, Deutsches Namensrecht, C/47).
Die Fragen sind also zu bejahen.
Berichterstatterin: Monika Wachsmann, Standesbeamtin, Guben
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