Gebärender Transgender-Mann ist als Mutter ins Register einzutragen

Vereinigtes Königreich

Der Court of Appeal hat Presseberichten zufolge im April 2020 ein 2019 durch Sir Andrew McFarlane, den Präsidenten der Family Division des High Court, gefälltes Urteil ([2019] EWHC 2384 (Fam) vom 25.9.2019) bestätigt. Hiernach kann ein Transgender-Mann, der ein Kind geboren hat, nachdem sein Geschlecht rechtlich in „männlich“ geändert wurde, nicht als Vater des Kindes eingetragen werden. Nach dem Gender Recognition Act habe der Kläger vielmehr als Mutter eingetragen werden müssen. Sein Recht auf ein Privatleben und ein Familienleben nach der EMRK werde dadurch nicht verletzt. Nach dem Children Act 1989 habe nur die Mutter automatische Elternrechte für ein Kind und von Geburt an müsse jemand die Elternrechte haben. Zwar sei nach einer rechtlichen Geschlechtsanpassung grundsätzlich eine Behandlung nach dem neuen Geschlecht geboten, hier liege aber eine Ausnahme vor.

Link zum zugrundeliegenden High Court-Urteil