Internationales Ehe- und Kindschaftsrecht

mit Staatsangehörigkeitsrecht

Bibliographie
480 Seiten, 06.12.2021
ISBN 978-3-8019-1244-4
EUR 129,80

 

Mit der 244. Lieferung, die Anfang Dezember erscheint, wird eine vollständige Neubearbeitung des Afghanistan-Berichts vorgelegt. Die Berichte zu Schweden, Uruguay und Ungarn wurden aktualisiert. Im Indien-Bericht werden Regionalteile zu den Unionsstaaten Sikkim, Uttarakhand und Uttar Pradesh ergänzt.

Im Einzelnen:

Afghanistan

Der Länderbericht Afghanistan wurde vollständig neu bearbeitet. Der Bericht mit Stand 7.9.2021 schließt auch jüngste, mit der erneuten Machtübernahme der Taliban einhergehende Entwicklungen ein. Es kann davon ausgegangen werden, dass trotz des Regimewechsels im Ehe- und Familienrecht sowie im Staatsangehörigkeitsrecht wenig gesetzliche Änderungen zu erwarten sind: Das im Bericht behandelte, auf sunnitischen Rechtsvorstellungen beruhende Ehe- und Familienrecht des ZGB von 1977 hat bereits die letzte Taliban-Herrschaft unverändert überdauert, wie auch die ZPO von 1990. Die wesentliche Rechtsquelle des Staatsangehörigkeitsrechts, das StAG von 2000, wurde unter der letzten Taliban-Herrschaft verabschiedet. Über die Zukunft der im Bericht behandelten Verfassung aus dem Jahr 2004 sowie des auf ihrer Grundlage erlassenen schiitischen Personalstatutsgesetzes von 2009 können noch keine Aussagen getroffen werden.

Indien

Es werden Regionalteile zu den Unionsstaaten Sikkim, Uttarakhand und Uttar Pradesh ergänzt.

Irland

Es wird eine punktuelle Korrektur zur Zivilen Partnerschaft vorgenommen.

Schweden

Die Aktualisierung betrifft punktuelle Reformen im Staatsangehörigkeits-, Kollisions- und Eherecht. Im Kindschaftsrecht erfolgte insbesondere eine Erweiterung der Bestimmungen über die Abstammung mit der Vermutung der Elternschaft der mit der Mutter verheirateten Frau und eine Ergänzung der Vorschriften zur Elternschaft von Partnern mit geänderter Geschlechtszugehörigkeit m.W.z. 1.1.2022. Zudem wurden im Bereich der Personensorge ergänzende Regelungen zur Stärkung der Position des Kindes m.W.v. 1.7.2021 eingeführt.

Ungarn

Der Bericht wurde unter Einarbeitung aktueller Rechtsprechung und jüngster Gesetzesänderungen auf den aktuellen Stand gebracht. Es ergaben sich punktuelle Änderungen sowohl im Staatsangehörigkeitsrecht als auch im Ehe- und Kindschaftsrecht. Berücksichtigt wurde insbesondere die mit einer Personenstandsnovelle einhergehende, politisch motivierte Verfassungsänderung vom 22.12.2020, wonach nunmehr verfassungsrechtlich festgeschrieben ist, dass die Mutter eine Frau und der Vater ein Mann ist, und dass ein einmal registriertes Geburtsgeschlecht nicht geändert werden kann, obwohl dies auch schon zuvor einfachgesetzlich nicht möglich war.

Uruguay

Die Aktualisierung des Berichts umfasst Änderungen im Gesetz über die Staatsbürgerschaft von 1989 beim Erwerb der Rechtsstellung als gebürtiger Staatsbürger und die Neuaufnahme des Gesetzes über die Anerkennung von und den Schutz vor Staatenlosigkeit von 2018. Im Familienrecht erfolgten mehrere punktuelle Reformen im Zivilgesetzbuch, im Gesetzbuch betreffend Kinder und Jugendliche, im Zivilregistergesetz und im Gesetz über das Verfahren bei rechtswidriger internationaler Entführung Minderjähriger unter 16 Jahren. Neu erlassen wurde unter Aufhebung des Vorgängergesetzes das Gesetz vom 26.10.2018 über Trans-Personen und m.W.v. 16.3.2021 erstmals ein umfassendes eigenständiges Gesetz vom 27.11.2020 über internationales Privatrecht, einschließlich Bestimmungen zur internationalen Zuständigkeit.

Produktinformation


Alexander Bergmann | Murad Ferid | Dieter Henrich

mit Staatsangehörigkeitsrecht
Loseblatt, ca. 18000 Seiten, 6. Auflage 1983 ff., 244. Lieferung 2021
657,00 €