22. März 2017
Warum können die Daten aus dem Eheregister nicht in die Vorgangsbearbeitung der Geburt eines Kindes übernommen werden?

1. Sachverhalt

Die Personenstandsregister enthalten die Dokumentation der Beurkundung der in Deutschland eingetretenen Personenstandsfälle Eheschließung, Geburt, Lebenspartnerschaft und Sterbefall. Die Datensätze in den elektronischen Registern sind diesen Aufgaben entsprechend aufgebaut.

Die Personenstandsregister sind dementsprechend kein Personenregister. So muss der Geburtseintrag einer Person, deren Geburt zufällig in einem deutschen Geburtenregister beurkundet wurde, nicht fortgeführt werden, wenn diese Person ihr Leben nicht in Deutschland verbringt und dem deutschen Geburtenregister deren Personenstandsfälle nicht bekannt werden. Und so ist der Ehemann aus dem Eheregister vielleicht der Vater eines Kindes im Geburtenregister desselben Standesamts und vielleicht später die verstorbene Person im Sterberegister. Die Register sind jedoch von einander völlig unabhängig, entsprechend unabhängig auch die Struktur ihrer Datensätze.

2. Übernahme von Daten aus einem Register in die Vorgangsdaten eines anderen

2.1 Beispiel Geburtseintrag

Zum Beispiel die Geburt des Kindes: Im günstigsten Fall folgt die Geburtsbeurkundung zeitlich so nah auf die Beurkundung der Eheschließung der Eltern, dass davon ausgegangen werden kann, dass die Daten aus dem Eheregister noch aktuell sind. Aber welche Daten?

Die Übernahme der Daten der Ehegatten in die Rollen von Vater und Mutter reicht als Grundlage zur Beurkundung nicht aus; die Angaben müssen anhand von Urkunden oder der Einsicht in deren Geburtseinträge geprüft werden, denn das Eheregister beweist die Eheschließung, aber nicht die Geburt der Ehegatten, zumal auf deren Registrierungsdaten nur im nicht urkundlichen Teil hingewiesen wird.

2.2 Einsparung

Der vermeintliche Gewinn durch die Übernahme von – wenigen – Datenfeldern wird durch die Prüfungspflicht aufgehoben.

Ein weiterer Aspekt: Die Bevölkerung in Deutschland ist mobil! Wie groß der Anteil von Ehegatten ist, deren Kinder am Ort der Eheschließung geboren werden, sollte ermittelt werden, um den Nutzen solcher Datenübernahmen bewerten zu können.

2.3 Risiko

Ein weiterer Aspekt: Folgebeurkundungen werden nicht immer zeitnah eingetragen. Es ist nicht sichergestellt, dass der Quelleintrag aktuell ist.

2.4 Ergebnis

Von den Überlegungen zur Datenübernahme aus Registern in die Vorgangsbearbeitung anderer Register sollte Abstand genommen werden.

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