Entscheidung zu postumer Vaterschaftsfeststellung
Der Oberste Gerichtshof Mexikos (Suprema Corte de Justicia de la Nación - SCJN) hat in seiner Sitzung vom 14.7.2026 die Zulässigkeit der Feststellung der Vaterschaft nach dem Tod des mutmaßlichen Vaters bejaht (Amparo directo 4/2024).
Der Fall hatte seinen Ursprung im Bundesstaat Jalisco, wo eine Person ein Zivilverfahren zur Feststellung ihrer Abstammung angestrengt hatte. Aufgrund des Todes des mutmaßlichen Vaters wurde ihr Antrag von den lokalen Gerichten mit der Begründung abgelehnt, dass das Zivilgesetzbuch des Bundesstaates solche Rechtshandlungen auf die Lebenszeit der Eltern beschränke. Der Antragsteller wollte die biologische Verbindung durch einen genetischen Test nachweisen.
Der Gerichtshof stellte fest, dass gesetzliche Bestimmungen, die die Anerkennung der Vaterschaft allein aufgrund des Todes der Eltern verhindern, das Recht auf Identität beeinträchtigen. Er wies darauf hin, dass der Zugang zur Familiengeschichte und zu Informationen über die biologische Herkunft Teil der Rechte des Einzelnen ist, was auch für gesundheitliche Zwecke von Bedeutung ist.
Die erlassene Entscheidung legt fest, dass die Klage auf rechtliche Feststellung der Abstammung auch nach dem Tod des mutmaßlichen Vaters oder der mutmaßlichen Mutter erhoben werden kann. Die diesbezügliche Klage unterliegt einer Frist von vier Jahren, gerechnet ab dem Zeitpunkt, zu dem die Person Kenntnis von der möglichen familiären Verbindung erlangt hat.