Religionsübergreifendes Zivilgesetzbuch verabschiedet
Am 24.3.2026 hat die Gesetzgebende Versammlung des indischen Unionsstaats Gujarat die Gujarat Uniform Civil Code Bill 2026 verabschiedet. Gujarat ist damit nach Uttarakhand der zweite indische Unionsstaat, der ein religionsübergreifendes Zivilgesetzbuch einführt, das nach Inkraftsetzung für den Unionsstaat in dem von ihm abgedeckten Bereich an die Stelle der im Rest Indiens geltenden Gesetze – insbesondere der religionsspezifischen Gesetze – treten wird. Das betrifft insbesondere auch familienrechtliche Regelungsinhalte wie Eheschließung und Scheidung. Anerkannte Stammesgemeinschaften (scheduled tribes) werden von der Geltung ausgenommen sein.
Ehen müssen nach dem neuen Gesetzbuch unter Bußgeldandrohung registriert werden. Auch Lebensgemeinschaften (live-in relationships) sind zu registrieren. Der Gujarat Registration of Marriage Act, 2006, wird aufgehoben. Polygamie wird verboten. Jede Form von Scheidung ohne gerichtliche Beteiligung wird unter Strafe gestellt. Ein Paar kann nach Scheidung ohne weitere Voraussetzungen wieder heiraten.
Das Datum der Implementierung des neuen Gesetzbuchs ist noch ungewiss.
Die Einführung des Einheitsgesetzbuchs stößt – wie schon in Uttarakhand – insbesondere bei Muslimen auf Kritik, weil die in ihm getroffenen Regelungen teilweise islamischen Rechtstraditionen widersprechen. Die BJP, die Partei des indischen Premierministers Modi – dessen Heimatstaat Gujarat ist – tritt politisch für die Einführung eines Uniform Civil Code in ganz Indien ein.